Heimat finden. In der Gemeinde – im Glauben – bei Gott.
Leitbild für die Schwesterkirchgemeinden Augustusburg, Erdmannsdorf und Hohenfichte

In unseren Gemeinden soll erfahrbar sein:

Daraus ergeben sich Schwerpunkte der Gemeindearbeit:

1. Beheimatung im Glauben

Durch das Leben in der Gemeinde sollen Menschen mit dem Glauben, seinen Inhalten und Lebensformen immer vertrauter werden, um so auch ihren Alltag im Glauben zu gestalten.

Glauben heißt, sein Leben in einem persönlichen Vertrauensverhältnis zu Gott zu führen. Dieses Vertrauen wird uns durch Jesus Christus ermöglicht und geschenkt, der uns Gottes Liebe in Wort und Tat bezeugt hat, für uns am Kreuz gestorben und vom Tod erstanden ist. Der Heilige Geist als Gottes Kraft lässt uns im Vertrauen auf ihn leben, lässt uns Gemeinde sein und führt uns in die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Auftrag der christlichen Kirche und so auch unserer Gemeinde ist es, Menschen in die glaubende Lebensgemeinschaft mit Gott hinein zu rufen und zu führen.

Dies tun wir insbesondere dadurch, dass wir


2. Beheimatung in der Gemeinde

Unsere Gemeinden sollen Menschen Raum geben, einander zu begegnen, einander kennen und verstehen zu lernen, miteinander zu teilen und einander zu helfen.

Konkret heißt das:

Die Gemeindeglieder sollen in Kleingruppen einander persönlich und geistlich verbunden sein. Solche Gruppen können Dienstgruppen, Gemeindekreise, Hauskreise oder thematische Treffs sein.

Gemeindeglieder haben die Möglichkeit, ihre Gaben und Fähigkeiten zu entdecken und das Leben der Gemeinde aktiv mitzugestalten.

Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Kinder, Eltern und Jugendliche. Dabei ist auch ihre soziale Situation im Blick.

Gemeindeglieder sind mit Besuchen, Gesprächen, Gebeten und praktischer Hilfe füreinander da.

Wir zeigen, dass auch der Gemeinde ferner Stehende bei uns willkommen sind und sich heimisch fühlen können. Dies geschieht z.B. durch:


3. Beheimatung im Gottesdienst

Gottesdienste sollen der Mittelpunkt des Gemeindelebens sein. Wir wollen sie so gestalten, dass Menschen sich angenommen fühlen, gern teilnehmen und Stärkung im Glauben erfahren.

Konkret heißt das:

Wir feiern unsere Gottesdienste als

Wir bemühen uns um eine zugleich glaubens- und lebensbezogene sowie motivierende Verkündigung.

Wir setzen bewusst Mittel wie Anspiel, neue Lieder, Medien und Symbole im Gottesdienst ein.

Wir beteiligen geeignete Nichtordinierte an der Verkündigung (Prädikanten, Lektoren, Gemeindepädagoginnen, begabte Kirchenvorsteher und Gemeindeglieder, Kinder und Gemeindekreise).

Wir laden gezielt zu besonderen Gottesdiensten ein.

Wir gestalten Kasualgottesdienste sorgfältig und persönlich, um Menschen an den Schnittstellen des Lebens den Halt des Glaubens spüren zu lassen.

Wir legen Wert auf Qualität im Gottesdienst.


4. Beheimatung im Leben

Gott, Glaube und Gemeinde sollen dort sichtbar sein, wo Menschen leben.

Das heißt konkret:

Wir zeigen im Alltag und in der Öffentlichkeit, dass Glaube und Kirche selbstverständlich zum Leben des einzelnen und der Gesellschaft dazugehören.

Wir identifizieren uns mit unserer Gemeinden und unserer evangelischen Kirche, einschließlich Landeskirche und EKD.

Wir pflegen und gestalten unsere Kirchengebäude als „gute Stube“ der Gemeinde.

Wir gehen sorgfältig und verantwortungsbewusst mit unseren materiellen Mitteln um.

Wir beteiligen uns an der Arbeit öffentlicher Gremien.

Wir suchen mit unserer Arbeit die Öffentlichkeit durch Kontakte zur Presse, zu den Kommunen, insbesondere Fremdenverkehrsamt, Vereinen, Schloss Augustusburg u.a.

Wir präsentieren uns mit einem sorgfältig gestalteten Internetauftritt.


5. Perspektiven der Zusammengehörigkeit der Schwesterkirchgemeinden

Wir gehören als Schwestergemeinden geistlich, menschlich und organisatorisch zusammen. Wir planen und gestalten das Gemeindeleben in enger Abstimmung untereinander.

Das heißt konkret:

Jede der drei Gemeinden soll Heimat für ihre Glieder sein. Deshalb finden die Hauptelemente des Gemeindelebens an jedem der drei Orten statt, insbesondere:

Jede der drei Gemeinden hat besondere Schwerpunkte bei der Gemeindearbeit, die allen drei Gemeinden zugute kommen.

Augustusburg: Kirche mit regionaler Bedeutung (Orientierung auf Touristen, Kasualien für Auswärtige, Offene Kirche, große Konzerte, Bildungsveranstaltungen), zentrale Gemeindekreise, zentraler Ort der Kirchgemeindeverwaltung, ökumenische Zusammenarbeit.

Erdmannsdorf: missionarische Gottesdienste, Mutter-Kind-Arbeit, gut heizbare Kirche, ephorale Jugendarbeit (Jugendgottesdienste).

Hohenfichte: Kinder- und Familienarbeit, Verkündigungsspiel, besondere Gestaltung von Festen im Kirchenjahr.

Gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen werden regelmäßig durchgeführt.

Kirchenmusikalische Gruppen und Kreise führen gemeinsame Projekte durch oder treten einzeln in den Schwestergemeinden mit auf.

Gemeindeentwicklung und konkrete Planung wird gemeinsam wahrgenommen. Es gibt einen gemeinsamen Gemeindeentwicklungsausschuss, gemeinsame Kirchenvorstandssitzungen und jährliche gemeinsame Kirchvorsteherrüsttage oder -zeiten sowie gemeinsame Dienstbesprechungen.

Es besteht Einigkeit darüber, dass die Zusammengehörigkeit weiter entwickelt und vertieft werden soll. Darunter verstehen wir das Knüpfen eines lebendigen Netzes persönlicher Beziehungen.

Die Gemeinden pflegen eine enge Beziehung und Zusammenarbeit mit dem Werk- und Studienzentrum (Jesusbruderschaft) Hennersdorf.

Die ökumenische Zusammenarbeit mit der röm.-kath. Pfarrgemeinde und der ev.-meth. Gemeinde wird gepflegt und äußert sich in gemeinsamen Veranstaltungen und Gottesdiensten.



Erarbeitet vom gemeinsamen Gemeindeentwicklungsausschuss 2007/2008. Fertig gestellt am 03.07.2008. Angenommen von den Kirchenvorständen Augustusburg, Erdmannsdorf, Hohenfichte.